Plenarvorträge

Plenarvortrag 1: Gottfried Mayer (BMW Group, Deutschland)

Donnerstag
21.09.2017
09:15 – 10:00
simultan

Industrie 4.0 – Chance oder Risiko für die Ablaufsimulation

Gottfried Mayer
BMW Group, Deutschland

Industrie 4.0, Digitalisierung, Big Data, Digital Twin, KI (Künstliche Intelligenz) – Schlagworte, die derzeit nicht mehr wegzudenken sind. Initiiert durch diese Trends werden sich die Planung und die Produktion in der Automobilindustrie signifikant ändern. Welche Rolle spielen die Methoden der Ablaufsimulation in diesem Kontext? Ist die Zeit der Ablaufsimulation abgelaufen oder hat sie eine Schlüsselrolle?

Gottfried Mayer: Seit 1990 bei der BMW AG in München tätig. Über die Stationen Ausbildung, Anlageninstandhaltung, übergeordnete Steuerungstechnik seit 1999 im Themenfeld der Ablaufsimulation tätig. Bis 2010 diverse Verantwortungen im Bereich Ablaufsimulation (Karosseriebau BMW Werk München, Karosseriebauten weltweit, Kernfertigung weltweit). Seit 2011 IT Projektleiter für Fabrikplanung, Ablaufsimulation, virtuelle Produktion und Digital Twin.

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Quelle: © Gottfried Mayer

Plenarvortrag 2: Mark Junge (Limón GmbH, Kassel)

Donnerstag
21.09.2017
13:30 – 14:15
simultan

Simulation als wichtiger Baustein für Energiemanagement 4.0

Mark Junge
Limón GmbH, Kassel

Energieeffizienz, Energiemanagement, virtuelle Kraftwerke sind wichtige Begriffe der Energiewende. Gerade die Industrie als einer der Hauptenergieverbraucher steht vor einer großen Herausforderung. Auf Basis von Industrie 4.0 müssen die wesentlichen Energiedaten analysiert werden um sowohl den Energiebedarf des Unternehmens zu senken als auch ein intelligenter Verbraucher im Netz zu sein. Hierfür ist die Simulation ein wichtiges Instrument um Potenziale aufzuzeigen, Prognosen zu erstellen und Optimierungen durchzuführen.

Prof. Dr.-Ing. Mark Junge ist Geschäftsführer der Limón GmbH und Honorarprofessor der Universität Kassel. Nach seinem Maschinenbaustudium und seiner Promotion an der Universität Kassel gründete er in 2002 die maxPlant GbR. Dort war er bis 2007 Gesellschafter. Von 2003 bis 2008 forschte und arbeitete er als wissenschaftlicher Mitarbeiter im Fachgebiet „Umweltgerechte Produkte und Prozesse“ am Institut für Produktionstechnik und Logistik der Universität Kassel. 2007 gründete er den Energieeffizienzdienstleister Limón GmbH. Unter seiner Leitung hat sich das Unternehmen vom Start-Up zu einem von Deutschlands führenden Energieeffizienzdienstleistern in der Industrie entwickelt. Diese Erfolgsgeschichte wurde in 2011 mit dem Hessischen Gründerpreis honoriert. Zudem engagiert sich Professor Junge im Vorstand des deENet e.V. und des VDI BV Nordhessen. Er publizierte mehr als 100 Vorträge und Fachartikel.

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Quelle: © Mark Junge

Plenarvortrag 3: Markus König (Ruhr-Universität Bochum)

Freitag
22.09.2017
09:15 – 10:00
simultan

Building Information Modeling – Neue Möglichkeiten zur simulationsbasierten Planung im Bauwesen und Anlagenbau

Markus König
Ruhr-Universität Bochum

Ein wichtiger Impulsgeber für die Digitalisierung der Wertschöpfungsketten im Bauwesen und Anlagenbau ist das sogenannte Building Information Modeling. Auf Basis digitaler Bauwerksmodelle können bestimmte Aufgaben während der Planung, des Bauens und des Betreibens effizienter und risikoärmer gestaltet werden. Dadurch etablieren sich auch neue Möglichkeiten zum Aufbau und zur Verwendung von Simulationsmodellen für die Planung der komplexen Produktions- und Logistikprozesse im Bauwesen und Anlagenbau. Der Vortrag stellt die aktuellen Möglichkeiten des Building Information Modeling zur simulationsbasierten Planung vor. Im Fokus stehen dabei Informationsanforderungen an die digitalen Bauwerksmodelle, um Simulationsmodelle systematisch und effizient erstellen zu können. Durch geeignete Visualisierungen der Simulationsergebnisse können Entscheidungen transparenter gestaltet und mögliche Risiken frühzeitig erkannt werden.

Markus König is professor for Computing in Civil and Environmental Engineering at the Ruhr-University Bochum, Germany. Previously, he was Assistant Professor of Theoretical Methods for Project Management at the Bauhaus University Weimar, Germany. He obtained his Ph.D. in Civil Engineering from the Leibniz-University Hanover, Germany in 2003. His research interests include building information modeling, construction simulation and optimization, knowledge management in construction, intelligent computing in engineering and computational steering. He was part of the expert panel who developed the “Road Map for Digital Design and Construction” for the Federal Ministry of Transport and Digital Infrastructure (BMVI). Since 2016 he is one of the project leaders of the implementation team commissioned by the BMVI. He published more than 100 scientific journal and conference papers.

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Quelle: © Prof. Dr. Markus König

Festvortrag: Prof. Dr. Felix Breitenecker (Technische Universität Wien)

Donnerstag
21.09.2017
17:15 – 18:00
simultan

Modellbildung und Simulation zur Analyse und zum Verständnis von Migrations- und Flüchtlingsströmen

Prof. Dr. Felix Breitenecker
Forschungsgruppe Mathematische Modellbildung und Simulation, Technische Universität Wien

Im Herbst 2015 wurde Europa mit einem dramatischen Flüchtlings- und Migrationsstrom konfrontiert – der sogenannten Flüchtlingskrise 2015. Die Flüchtlings- und Migrationsströme versiegen auch 2016 und 2017 nicht, die Politik versucht sie mit (un)tauglichen Mitteln unter Kontrolle zu bringen. Kann Simulation die Analyse dieser Ströme unterstützen, kann Simulation Migrations- und Flüchtlingsströme vorhersagen? Der Vortrag diskutiert ein Publikationsdynamik-Modell speziell zugeschnitten auf Migrationsströme mit zumindest drei Qualitätsmerkmalen: (1) eine a-posteriori Simulation der Migrations- und Flüchtlingsströme 2015, (2) eine a-priori Simulation der Migrations- und Flüchtlingsbewegungen 2016, und (3) Simulationsstudien zu künftigen möglichen Migrations- und Flüchtlingsbewegungen beeinflusst von unterschiedlichen Maßnahmen wie Grenzschließungen, Attraktivitätsverminderung, etc. Das Simulationsmodell ist keine direkte Hilfe für die involvierten Menschen, aber es kann zu einem besseren Verständnis und zur Verbesserung der Situation beitragen.

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Quelle: © Prof. Dr. Felix Breitenecker